Bildschirmfoto 2015-08-02 um 12.42.01Im aktuellen Spiegel gibt es einen Artikel, der das Spannungsfeld, in dem sich der Verein Razed mit seiner BlueBox gewagt hat, ganz gut umschreibt. Den Bericht kann man aktuell nur gegen Bezahlung lesen, aber ich möchte gern eine kurze Zusammenfassung davon widergeben.

In dem Artikel werden die unterschiedlichen Welten von Vereinssport und Freestylesport beschrieben. Und zwar anhand der beiden Beispiele Danny Macaskill und Julian Reus. Beide in ihren Sportarten absolute Ausnahmeathleten. Der eine, ein Freestyle-Dirtbiker, wird von einem gigantischen Limonadehersteller gesponsert, der andere, Deutschlands schnellster Mann auf hundert Metern, darf nur deshalb professionell Sport betreiben, weil er sich als Berufssoldat verpflichtet hat. Der erste verdient mit Videos und Auftritten auf Events Millionen, der andere ist immerhin krankenversichert über den Staat.

Unser Verein Razed hat sich von Anfang an sozusagen in die Mitte zwischen den beiden Welten positioniert, und damit vor allem bei der freien Skateboardszene nicht nur Freunde gemacht. Dort wird natürlich die Methode Macaskill bevorzugt, entspricht sie doch wesentlich mehr dem Selbstverständnis eines Freestyle-Sportlers. Als Verein konnten wir andererseits damit beginnen, Entscheidungen im Sportsektor der Stadt Augsburg zu beeinflussen, wie das ein freier Sportler nie geschafft hätte. Und auch das Projekt BlueBox solange zu betreiben, wie wir das bisher getan haben.

Inzwischen ist aber unser Limit erreicht, wir mussten das Handtuch schmeißen. Dennoch arbeiten wir einvernehmlich an einer positiven Entwicklung unseres Sports weiter. Ob das im Vereinsmodus geschehen muss? Wahrscheinlich nur noch der Form halber: als Verein hat man einige Möglichkeiten mehr, sich für eine größere Allgemeinheit einzusetzen wie man das als Privatmensch hat. Darum wird sich Razed e.V. vermutlich sehr bald von seinem Namen trennen und unter neuem Namen die Arbeit weitermachen. Dabei konzentrieren wir uns dann aber auf die Inhalte, statt um irgendwelche Monsterprojekte.

Unser Plan sieht vor, sehr kurzfristig ein Gespräch mit verschiedenen Vertretern der Verwaltung Augsburgs zu führen, um – vor allem – AutistaSkates auch bei schlechtem Wetter Weiterbetrieben zu können. Da der Immobilienbedarf von AutistaSkates sich weitgehend mit dem eines Skateboarders namens Max Muster deckt, wird dieses Gespräch aber weit über das eigentliche Ziel hinaus Wirkung haben – wenn wir damit erfolgreich unsere Ideen durchsetzen können.

Zum Glück haben wir namhafte Fürsprecher, die sich an diesem Dialog beteiligen, unter anderem: ein Immobilienbesitzer, der sehr gern die Idee des Vereins unterstützen möchte. Eine Mitarbeiterin der Stadt Augsburg, die sich schon für eine Unterstützung von AutistaSkates so stark gemacht hat, dass wir dieses Jahr so richtig durchstarten konnten. Ein Professor, der derzeit den Sportflächenentwicklungsplan der Stadt Augsburg enwirft. Wir sind also guter Hoffnung, dass wir für die vereinsfreie Szene, alle Jugendlichen in Augsburg, und zukünftige Youtubestars gemeinsam eine Menge erreichen können.

Welche BlueBox? Die von gestern?

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