Leider gibt es nicht nur Erfreuliches aus dem Umfeld von AutistaSkates zu berichten (siehe hier). Denn unser Zuhause, der Verein Razed e.V. sorgt gerade für traurige Schlagzeilen.

Das Projekt BlueBox geht dem Ende zu
Das Projekt BlueBox geht dem Ende zu

Seit 2012, also nun schon im vierten Jahr stemmt dieser kleine Verein Schwabens größte unabhängige Indoorskatehalle: die BlueBox. Neben Skateboardern trafen sich hier BMXer, Dirtbiker, wir ließen sogar Scooterfahrer in unserer Halle fahren (was wenigstens deutschlandweit einmalig ist). Im Lauf der Jahre war die Halle ein Melting Pot für unterschiedlichste Begegnungen, Erlebnisse, Menschen, Ideen. Es fand Süddeutschlands größter Vert-n-Bowl Contest statt (Out of the Blue), ein großer Scooterhersteller veranstaltet hier regelmäßig Scootercamps, wir veranstalteten Konzerte mit fantastischen Bands, die Liste ließe sich beliebig erweitern.

Auch AutistaSkates würde in der jetzigen Form nicht existieren, wenn es nicht in dieser Halle mutige und unkonventionelle Macher gäbe, die auf Peters ersten spontanen Besuch im Winter 2013 sehr pragmatisch reagiert haben: „Klar machen wir da mit“, so ungefähr lautete damals die erste Reaktion auf seine vorsichtige Frage, ob man denn sowas wie Skateboarden mit Autisten mal in dieser Halle versuchen könnte. Und inzwischen können wir ja echt auf eine lange Tradition in der Halle zurückblicken. Mehr als 15 Mal gab es inzwischen dieses „extraordinäre“ therapiebegleitende Sportevent in der BlueBox.

Und was geschieht nun so Dramatisches? Die Halle wird aufgelöst. Das geschieht leider nicht ganz unerwartet und überraschend, aber die Verantwortlichen im Verein Razed e.V. haben seit mehr als einem halben Jahr dagegen angekämpft, dass dieser Schritt nun gemacht werden muss, leider ohne Erfolg. Ursache dafür ist, welch Überraschung, der schnöde Mammon. Denn der Verein betrieb die Halle nicht nur, er fungierte auch als Träger, das heißt, die kompletten Mit- und Nebenkosten wurden aus Vereinsgeldern aufgebracht. Und da leider absehbar war, dass zwei wichtige Sponsoren aus unterschiedlichen Gründen ihre Verträge nicht verlängern konnten, war dem Vorstand schon länger klar, dass Alternativen angedacht werden müssen.

Es folgten eine Menge von Gesprächen mit potenziellen Vermietern, mit Unternehmern, mit Verwaltungsangestellten, mit Stadträten und dem kriminalpräventiven Rat der Stadt Augsburg, doch verliefen diese bisher ohne Erfolg. Und die Essenz daraus ist, dass vorgegangenen Samstag eine außergewöhnliche Mitgliederversammlung einberufen wurde, um die Zukunft der BlueBox zu diskutieren. Auch die letzte Hoffnung, dass sich ein paar Vereinsmitglieder ehrenamtlich am Betrieb der Halle beteiligen würden, zerschlug sich an diesem Abend, und so blieb nur der eine Ausweg: die Abstimmung über das Ende des Projektes BlueBox. Und dieses Ende wurde dann auch beschlossen.

Derzeit ist noch ungewiss, wie konkret dieses Ende nun aussehen wird. Es gibt noch einige Kurse und Vermietungen bis zum Ende des Sommers, und danach hoffen wir, mit unserem Vermieter eine gute Einigung zu finden, um keinen Schrecken ohne Ende erleben zu müssen.

Was aus AutistaSkates wird? Ganz ehrlich, das wissen wir nicht. Es wird in Kürze einen runden Tisch mit Vertretern aus der Verwaltung und dem Stadtrat geben, mal sehen, ob da was rauskommt. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Weia, die BlueBox stirbt?

Ein Gedanke zu „Weia, die BlueBox stirbt?

  • 29. Juli 2015 um 20:31
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    Update: das Gespräch wird derzeit von allen Seiten intensiv vorbereitet. Eine Scherzfrage dabei war: „Wäre dies auch in einer Sporthalle möglich?“

    Klar, Skateboarden in der Turnhalle, wäre ja mal fett… Da werden sich unsere Nachwuchsskateboarder aber ein Loch in die Hose freuen, wenn sie zwischen zwei Baskeballkörben rumreisen dürften.

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